nser Volk vertrinkt jährlich an geistigen Getränken 2826 Millionen Mark, d.h. 3 mal soviel als Heer und Flotte, 11 mal soviel als unsere Post und Telegraphie, 22 mal soviel als uns die Reichskranken-Versicherung , 7 mal soviel als uns unsere öffentliche Volksschulen kosten.
Oder anders ausgedrückt:
Wer die zuerst genannte Summe bar bezählen will, muss hundert Jahre lang ununterbrochen Tag und Nacht ein Markstück an das andere legen, und dann fehlt immer noch ein gut Stücklein an den 2826 Millionen Mark, die unser deutsches Volk in einem einzigen Jahre vertrinkt.
Oder noch andere Zahlen:
Es gibt in unserem Vaterlande ein ungeheures, fruchtbares Ackerfeld, das wir nicht zu unserer Ernährung heranziehen. Denn 1551 941 Hektar oder
15 519 Quadratkilometer Ackerland dienen der heutigen Schnapserzeugung, also 1/35 von dem Flächeninhalt oder 1/17 vom Ackerlande des deutschen Reiches. Alljährlich könnten auf dieser Fläche 1552 Millionen Kilogramm Roggen wachsen, macht 3100 Millionen Pfund Brot, wovon nahezu 7 Millionen Menschen ihren vollen Bedarf decken könnten. Auf alle 50 Millionen Einwohner des Reiches verteilt, erhielte jeder 62 Pfund Brot jährlich mehr.
Für einen Haushalt von 10 Personen machte das also eine Zulage von 620 Pfund Brot aus. Schöne Aussichten nicht wahr? Dann hätten wir in der Tat billiges Brot, und das Psalmwort: „Die Erde ist voll deiner Güter“ würde noch ganz anders von uns verstanden und gewürdigt werden.