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Lieber Vater, Onkel und Tante

Original Abschrift

Saarburg 02.11.1896

Nun bin ich gleich gewillt Euch mitzuteilen das Neueste was vorgekommen ist.
Ich arbeite viel in der Stadt. Da gibt's bisschen Trinkgeld zu verdienen. Heute waren wir an die französische Grenze wir hatten einen Erkundungs- Ritt u. Besprechung über die Grenzsteine.
Ja, ja meine lieben daheim heute standen wir halb auf deutschen u. halb auf französischen Boden. Die Grenze ist eine große Furche Graben kann nur nicht sagen.
Dann stehen an der gr. Furchen-Kante große Steine immer einen halben Meter hoch.
Da steht auf der Seite nach Deutschland ein D u. auf der anderen Seite ein F.
Da sind stundenlang im Wald geritten u. der Wald stößt an einen breiten Weg, den dürfen Deutsche Truppen nicht passieren u. dahinter ist die Grenze.
Steinwüste sind wir abgesessen u. haben die Pferde an Kopf g. den Berg hinauf geführt ich war mit unserem Vize Wachtmeister auf Patrouille. Um 8 Uhr sind wir ausgerückt um 3 Uhr waren wir wieder daheim u. da gab es Milchreis mit warmen Würstchen wer sich da nicht ein bisschen kaufen kann der geht auf Hund.
Heute sind wir unsere 4 Mann zur Reserve Unteroffizier befördert. Meine Wäsche folgt nach.
Ihr werdet wohl lesen können ich bin heute Abend müde.

Gruß an Großmutter Fischbeck
Besten Gruß an Alle

Es grüßt herzlich
Albert Sandring

Brief 1896Brief 1896

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