„Reserve hat Ruh!“
o hat´s aus tausenden von Herzen in diesen Wochen wieder nach glücklich vollendeter Dienstzeit gejubelt, und wer einst selbst des Königs Rock in Ehren getragen hat, der weiß wie freudig er einstimmig in das fröhliche Reservistenlied: „Ihr Brüder, stoßt die Gläser an, es lebe der Reservemann, der treu gedient hat seine Zeit, ihm sei ein volles Glas geweiht!“
Aber woher stammt im letzten Grunde diese Freude? Gewiss, sie hat ihr Recht in dem Gedanken, nun wieder in größere persönlicher Freiheit leben zu können, heimkehren zu dürfen ins Heimatdorf und Elternhaus, die man in der Enge der Kaserne erst in ihrem großen Werte erkannt. Es wird diese Freude gefördert durch die Möglichkeit, Zeit und Kraft nun wieder für sich selbst und die Seinen gebrauchen zu können. Aber der tiefste Grund echter Reservisten – Freude ist doch das stolze, mannhafte Bewusstsein:
Aus dem ungeschickten Rekruten von ehemals ist ein tüchtiger, für alle Lebenslagen brauchbarer, zu den hohen Tugenden des Soldaten, dem Gehorsam, Tapferkeit und Treue durch seine Dienstzeit erzogener Mann geworden, auf den sich König und Vaterland in der Stunde der Gefahr verlassen können.
Dessen bewusst und froh denkt jeder wackere Mann gern an seine Dienstzeit zurück und hält an damals geknüpfte Kameradschaft fürs ganze Leben fest.
An dieser Stelle der entlassenen Reservisten treten nun demnächst unsere Rekruten. Schon ging ihnen der Stellungsbefehl zu. Bald gilt es von Elternhaus, Heimatort und Arbeitsgenossen zu scheiden.
Nun, wir alle wünschen ihnen, dass sie mit Eifer und Erfolg die Pflichten ihres neuen Standes erfüllen, dass sie gesund und frisch bleiben an Leib und Seele und nicht nur in den kurzen Urlaubszeiten sich mit Ehren unter uns sehen lassen dürfen, sondern auch nach Ablauf ihrer Dienstzeit als solche, die sich vorwurfsfrei führten und darum gern an ihre Soldatenjahre zurückdenken, als fröhliche Reservisten wieder zu uns zurückkehren. Den Stellungsbefehl erhielten:
1. Schmied - Otto Wasserthal, 2. Lehrer – Hermann Kreutz, 3. Schmied – Walter Helmke, 4. Maschinenschlosser – Otto Hennebold, 5. Arbeiter – Franz Anton, 6. Schlosser – Albert Müller, 7. Kutscher – Gustav Schladitz, 8. Molkereiknecht – Ewald Jäger, 9. Maurer – Friedrich Marre, 10. Dachdecker – Ernst Hoffmeister, 11. Arbeiter – Albert Asche, 12 Pferdeknecht – Karl Holter. Als Einjährig – Freiwilliger tritt außerdem noch der Lehrer Friedrich Koch ein.