ach Beendigung der Herbst - Erntearbeiten des vorigen Jahres nahmen auch die regelmäßigen, jeden zweiten Mittwoch im Hause der Vorsitzenden oder der stellvertretenden Vorsitzenden abgehaltenen Arbeitsabende des Vaterländischen Frauenvereins wieder ihren Anfang und guten Fortgang. Fleißig wurde gearbeitet, um neben sonstigen Anfertigungen für unsere lieben "Feldgrauen" vor allen Dingen die Weihnachtsendungen für sie rechtzeitig fertig zu stellen. Nebenher ging die Sammlung für die Kaiserin-Geburtstagsspende, über deren erfreulichen Erfolg schon in der letzten Hausfreund-Nummer für 1915 berichtet worden ist.
Nachgetragen sei hier noch, dass am 18. November 1915 die erste ordentliche Mitgliederversammlung unseres hiesigen Vaterländischen Frauenvereins im Braune`schen Gasthofe stattfand. Dieser wurde der Jahresbericht erstattet und die vom Kassenführer aufgestellte und durch Herrn Buchhalter Riesel einer genauen Prüfung unterzogene Jahresrechnung vorgelegt. Sie wies für die Zeit vom 15. August 1914 bis zum November 1915 eine Einnahme von 3.528,82 Mk. auf, der Ausgabe von 3.340,86 Mk. gegenüberstand, sodass ein Bestand von 187,96 Mk. verblieb. Auf Antrag des Rechnungsprüfers wurde dem Kassenführer einstimmig Entlastung erteilt. An Stelle der verstorbenen Frau Sanitätsrat Krumhoff wählten die Versammelten Frau Rentier Magdalena Fernau für die nächsten zwei Jahre zum Vorstandsmitgliede.
Rechtzeitig zum vorgeschriebenen Termine wurden 320 Weihnachtspakete für die aus hiesigem Orte eingezogenen Krieger fertig gestellt und abgeschickt. Außerdem versandte der Verein noch 132 Weihnachtspakete für das Heer.
Neben der fortlaufenden Näh- und Strickarbeit für das Heer traten dem hiesigen Vereine noch einige Sonderaufgaben im ersten Vierteljahre 1916 entgegen. Der Kreisverband des Vaterländischen Frauenvereins, zu dem auch unser Verein gehört, hatte sich entschließen müssen, neben der Unterhaltung des Lazarettes in Thartun auch die dringend notwendige Einrichtung und Unterhaltung eines Soldaten - Erholungsheims in Dawgelischki, östlich von Wilna (Vilnius), zu übernehmen. Er erbat in einem Aufrufe vom 19. Februar d. Jh. auch von uns dringend Geldspenden und Gebrauchsgegenstände für diesen wichtigen Zweck. Eine hier dafür vom Vereine veranstaltete Geldsammlung ergab den erfreulichen Reinbetrag von 744 Mk., der vom Verein auf 900 Mk. aufgerundet wurde. An Gebrauchsgegenständen gingen ein und wurden durch ein freundlichst von Herrn Reckleben gestelltes Geschirr an den Kreisverband am 6. März d. Js. abgeliefert: 3 Überzüge, 3 Laken, 8 Kopfkissenbezüge, 3 Bettstücke, 6 Taschentücher, 20 Hemden, 3 Leibbinden, 5 Paar weiße Strümpfe, 12 Handtücher, 1 Fußkissen, 2 Spazierstöcke, 2 Korbstühle mit Kissen, 3 Pakete Bücher, und ein einzelnes Buch , 3 Waschtische, 1 runder Tisch, 4 Bettstellen, 1 Matratze, 1 Eisschrank, 1 Liegestuhl, 1 Abwaschschrank, und ein Schreibpult.
Schon im Januar d. Js. war auch uns durch den Kreisverband die Bitte des Generaldelegierten Ost um derbe Seifenlappen für die Truppen im Osten übermittelt worden. Es gelang uns, in Magdeburg noch 8 Meter von breit liegendem Frottierstoff zu kaufen, aus dem fleißige Frauenhände 160 Seifenlappen fertigten. Weitere 35 wurden uns noch Geschenkweise überlassen, sodass wir dem Kreisverbande 195 Stück zur Weiterbeförderung überweisen konnten.
Vermittelnd mitwirken durften wir ferner zu Kaisers Geburtstag an der Verteilung einer dem Kreisverband zur Verfügung gestellten Summe von 5.000 Mk., die nach Bestimmung des Gebers an 100 Kriegsweisen in Form je eines Sparkassenbuches über deren Inhalt aber erst zur Konfirmation der betreffenden Kinder verfügbar wird, konnten wir zu unserer Freude an hiesige Kriegsweisen am Geburtstag des Kaisers aushändigen.
Zur Pflege von Kindern und Schwachen erhielten wir im April 10 Flaschen schwedischen Rahm und Mehl. Die Verteilung hat Frau Reckleben als Vertrauensdame für Säuglingspflege freundlichst übernommen.
In das Gebiet der Roten Kreuz-Arbeit gehören auch die vom Lehrerkollegium hiesiger Schule auf Anregung des Herrn Rektors Schulz in den einzelnen Klassen aufgestellten Sammelbüchsen für das Rote Kreuz. Die in diese verlöteten Büchsen von den Schulkindern nach belieben eingelegten, freiwilligen Gaben wurden von Herrn Rektor schon dreimal an den Kgl. Landrat abgeliefert. Von der vierten Sammlung, die aus allen beteiligten Klassen 74. Mk. betrug, wurde die Sammlung der Klasse des Herrn Lehrers Reckling im Betrage von 12,95 Mk. auf Wunsch der Kinder dem hiesigen Vaterländischen Frauenvereine vom Roten Kreuz überwiesen. Allen freundlichen Gebern sei an dieser Stelle auch herzlich gedankt.
An der Zeichnung für die vierte Kriegsanleihe beteiligten sich 97 Schulkinder mit dem Gesamtbetrage von 1.620 Mk..