Während in Bahrendorf schon bald Schule .... und Kirche in Schwaneberg Schule 1869 und Kirche 1897, in Sülldorf Schule 1874 und Kapelle .... war, kam es in Langenweddingen erst zur Gründung einer katholischen Privatschule 1883 und im Jahre 1926 zur Kirche.
1859 und 1871 waren auch in unserem Ort Zuckerfabriken errichtet worden. Katholiken aus dem Eichsfeld zogen zu. Im Jahre 1883 waren es 27 Familien, 42 katholische Kinder, von denen 13 nach Sülldorf in die katholische Schule gingen, aber 29 in die evangelische Schule Langenweddingen.
"... es gelang bereits am 3. März 1884 ein mitten im Dorf gelegenes Grundstück Kossather Herrn Wernecke zum Preis von 12600 RM zu kaufen."
Die Schülerzahl schwankte von 1883 bis 1906 zwischen 42 und 30 Kindern. 1913 hatte die Schule 23 Kinder. Im gleichen Jahr war Visitation durch den Paderborner Weihbischof von Härtung; dabei hat der Vikar Voß aus Bahrendorf vorgeschlagen, einen katholischen Geistlichen in Langenweddingen anzustellen und die Schulen zu schließen. Die Zahl der Katholiken in Langenweddingen wurde mit ca.100 angegeben. Durch den Krieg und den dadurch bedingten Lehrermangel wurde die katholische Privatschule Langenweddingen 1915 eingestellt .
Nach dem 1.Weltkrieg wurde dann die lange geplante Seelsorgestelle Langenweddingen mit Osterweddingen und Schwaneberg errichtet. Der erste Seelsorger war Johannes Kollwitz, ein Neupriester aus Magdeburg. Der musste mit 3,40 RM aus der Kollektenkasse in Schwaneberg beginnen, hatte erst keine Wohnung, sondern wohnte bei seinen Eltern in Magdeburg, ... bis mir am 7. Mai 1926 der katholische Postschaffner Hentrich, der ein eigenes Haus besitzt, 2 möblierte Zimmer abgab. Unser Schulhaus war ganz vermietet.
" ... so errichtete ich im Dacherker die Sakristei und im ehemaligen Schulzimmer die Kapelle ein. Der Kapellenraum war nur 35 qm groß....
Am 9. Mai 1926 wurde in der Kapelle zum 1. Mal das Hochamt gesungen."
Es bot sich dann die Gelegenheit, das Grundstück des Architekten Riecke zu kaufen. Das große Esszimmer war als Kapelle geeignet.
Für 28500 RM wurde das Grundstück gekauft und dient bis heute der katholischen Gemeinde als Pfarrhaus und Kirche.
An der ersten Fronleichnamsfeier im Pfarrgarten nahmen 400 katholische Christen teil.
Der Kapellenraum wurde durch eine Apsis und einen Eingangsraum erweitert.
Im Sommer 1938 und 1939 arbeiteten hier 100 Italiener, die gern zur heiligen Messe kamen. Ein italienischer Geistlicher feierte mit ihnen den Gottesdienst.
Am 1.4.1939 werden alle konfessionellen Schulen zwangsweise aufgelöst und in Gemeinschaftsschulen überführt. Die katholische Schule in Schwaneberg hätte fast 70 Jahre bestanden .