Die katholische Gemeinde Langenweddingen ist in der Kriegszeit Heimat für 120 gefangene Polen, 60 Flamen, 16 Franzosen und eben auch die 130 Italiener.
600 Saarländer, die in Altenweddingen evakuiert waren, nehmen in Bahrendorf und Langenweddingen am kirchlichen Leben teil. Mit all diesen Fremden wird Fronleichnam
im Garten gefeiert. Die Flamen singen feinen lateinischen Choral. Am 11.4. wird Langenweddingen von Amerikanern ohne Kampf besetzt. Unsere Kirche fasste die Zahl der katholischen amerikanischen Soldaten nicht und so musste der amerikanische
Militärpfarrer die heilige Messe im Garten feiern. 10 Ordensschwestern, die hier im Hause Aufnahme gefunden hatten, gingen nach dem Westen zurück. Sie haben hier sehr segensreich gewirkt und uns viel Ehre eingebracht.
Im Herbst begann der Zustrom der Vertriebenen aus dem Osten. Unsere Dörfer waren überfüllt. Im Pfarrhaus fanden 4 Familien Unterkunft. 1946 kamen nach Langenweddingen 1600 Ausgewiesene aus Ostpreußen, Danzig, Schlesien, Posen und dem Sudetenland. Etwa 800 davon waren katholisch. Ihr Leid ist groß. Der Winter 1946/47 war lang und streng.
Eine neue katholische Gemeinde aus all diesen Menschen wächst zusammen. Die geistliche Formung geschieht in Männer-, Frauen- und Jugendgruppen; vierteljährlich werden Einkehrtage für die Männer gehalten. 1950 wird von Jesuitenpatres Mission gehalten mit Hausbesuchen, Predigten und der Spendung der Sakramente der Buße und Kommunion. 80 % der Gemeinde nehmen daran teil. Es sind so viele, dass die Abschlussfeier in der evangelischen Kirche gehalten wurde - Vielleicht ein erstes Mal?
Lange Jahre hindurch werden Sonntags drei heilige Messen gefeiert.
1954 konnte die Glocke auf dem Pfarrhaus aufgehängt, geweiht und geläutet werden. Heute hat sie einen eigenen stählernen Turm neben dem Eingang der Kirche. Im Haus wurde 1956 der Saal eingerichtet für die Gruppenstunden der Gemeinde.
1958 beginnt die "Frohe Herrgottsstunde". Einmal in der Woche kommen die Vorschulkinder zusammen und werden ihrem Alter entsprechend mit dem Glaubenswahrheiten vertraut gemacht.
Eine ähnliche segensreiche Initiative ist die Religiöse Kinderwoche. Eine Ferienwoche werden alle Kinder der Gemeinde zusammengerufen, um miteinander ein Thema zu hören, zu vertiefen, davon zu singen und zu spielen. Während einer solchen Religiösen Kinderwoche geschah auch das Unglück am Langenweddinger Bahnhof 6. Juli 1967. Pfarrer Rosenberger hörte nach der heiligen Messe von der Katastrophe .