m Mai des Jahres werden es bekanntlich hundert Jahre, dass der tapfere Major von Schill mit seinen Husaren von Berlin auszog, um in Deutschland die Erhebung gegen die Franzosen, die damals es knechteten ins Leben zu rufen.
Beim benachbarten Dodendorf lieferte er den Franzosen ein Gefecht, dessen man dort am 09. Mai, dem hundertjährigen Erinnerungstage dieser mutigen Tat feiernd gedenken wird.
Vor der Übermacht der Feinde nach tapferer Gegenwehr weichend machte er, wie mündliche Überlieferung von Vorfahren noch jetzt hier lebende, hochbetagte Einwohner uns versichern konnte, bei unserem Dorfe Halt, um die Verwundeten seines Regiments zu verbinden. Zum Gedächtnis dieses ersten, tapferen Freiheitskämpfers soll von unserem Landwehrvereine ein Gedenkstein an jener Stelle errichtet werden.
Von einer der hiesigen Gutsbesitzer wurde dafür ein riesiger Steinblock, der in einem Acker dieses Herren lagerte, geschenkweise überwiesen.
Wie aber sollte man das mehrere hundert Zentner schwere Ungetüm von der Stelle, wo es vielleicht seit Jahrtausenden lagerte, nachdem es einst auf gewaltigen Eisschollen vom hohen Norden her in unsere Gegend getragen worden war, nach dem ¾ Stunden entfernten Denkmalsplatze transportieren? Menschen- und Pferdestärken rückten den Kolloss ja nicht einmal von der Stelle.
Da kam man auf den Gedanken, eine der starken Lokomobilen, die die Fowlerschen Dampfpflüge in Bewegung setzen und während des Winters Ruhezeit haben, hierfür zu benutzen.
Und siehe, es gelang.
Nach vielen vergeblichen Versuchen und nachdem man den Riesenstein durch absprengen von etwa 100 Zentnern noch etwas verkleinert hatte, gelang es, den gewaltigen Steinblock zu heben, auf eine aus starken Balken gefertigte Schleife zu bringen und in höchst spannender, nicht ohne Zwischenfälle ablaufender, zweitägiger Fahrt glücklich an Ort und Stelle zu bringen.
So wird der Stein, wenn er in einigen Monaten auf erst noch herzustellendem, festen Unterbau aufgerichtet sein wird, ein stattliches Erinnerungszeichen sein, an tapfere Männer, die freudig ihr Leben für die Befreiung des Vaterlandes von schmachvoller Fremdherrschaft einsetzten. Auch er diene von da an
„ den Gefallenen zum Gedächtnis, den Lebenden zur Nacheiferung!"