in besonderes schönes, dauernde Erinnerung wertes Fest war
dieses mal, wie im ganzen deutschen Reiche, so auch in unserem
Orte, die Feier des Sedantages. Waren
es doch 40 Jahre her, seitdem die vereinigten deutschen Heere in
mehrtägigem, blutigem Ringen den eisernen Ring um Sedan
schlossen, den Franzosenkaiser mit einer ganzen Armee gefangen nahmen
und Deutschland, zum Deutschen Reiche verhalfen. Dem Danke und der
Freude über diese ersehnte Einigung und dem Gelübde,
festzuhalten an Kaiser und Reich in deutscher Treue galt
überall in erster Linie diese schöne Erinnerungsfeier, an
der sich selbstverständlich die alten Kriegskameraden
allerorten zusammenstanden.
Die Einzelheiten des schönen Festes gibt die mir freundlichst
zur Verfügung gestellte nachfolgende Festordnung wieder, die
ich durch Abdruck im „Hausfreund“ der Vergessenheit
entreißen helfen möchte:
Festordnung
Zur Feier der 40jährigen Wiederkehr des
Sedan-Tages
Freitag den 2.September 1910, abends 8 Uhr
Beim Gastwirt Hetzel, bei einem von der Gemeinde gespendeten Glase Bier, Verteilung von einer Ehrengabe in Höhe von je 10 Mk. an diejenigen Veteranen, die unter 1200 Mk. Einkommen haben, durch Amtsvorsteher Peine.
Sonnabend, den 3. September, abends 8 Uhr
Antreten der Schulkinder auf dem Platze an den Schulen zum
Fackelzuge mit Musik.
Fackelzug durch das Dorf. Schluss am Jubelberg.
Ansprache des Herrn Hauptlehrer Rummel.
Gesang: „Heil Dir im Siegerkranz“, „Deutschland,
Deutschland über alles“.
Die Begleitmannschaften usw. marschieren mit Musik nach dem
Festplatz, daselbst Konzert und gemütliches Beisammensein.
Sonntag, den 4. September 1910
Mittags 1Uhr Antreten folgender Vereine:
1.Langenweddinger
Landwehr-Verein,
2.Freiwillige Feuerwehr,
3.Gesangsverein „Harmonia“,
4.Gesangsverein“Sängerbund“,
5.Fechtverein,
6.Verein der Eisenbahner,
7.Katholischer Männerverein,
8.Turnverein „Jahn“,
der alten Krieger und Ehrenjungfrauen auf dem Platze an den Schulen.
• Abholen der Fahnen vom Vorsitzenden des
Landwehr-Vereins.
• Marsch nach dem Festplatze die lange Straße
entlang.
• Nach Ankunft auf dem Festplatze: Gesang der vereinigten
Gesangvereine: Das Niederländische Dankgebet „Wir treten zum Beten“.
• Festrede des Herrn Vicar Hertel
• Gesang der vereinigten Gesangvereine: „Durch die
Länder, durch die Meere“.
• Hoch auf Se. Majestät den Kaiser durch
Sanitätsrat Herrn Dr.Krummhoff.
• Gesang: „Heil Dir im Siegerkranz“.
• Rede auf die Veteranen, Herrn A. Otto.
• Schmückung der Veteranen durch Ehrenjungfrauen.
• Gesang: „Die Wacht am Rhein“
• Hoch auf das Deutsche Vaterland, Herr G.Plümecke.
• Gesang: „Deutschland, Deutschland über
alles.“
• Parade-Aufstellung.
• Abnehmen der Parade durch die alten Krieger.
• Umzug durch den Ort.
• Hierauf Tanz und allgemeines Vergnügtsein auf dem
Festplatze.
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Es scheint mir recht und billig, an dieser Stelle auch die Namen
aller der Kriegsteilnehmer, die dieses schöne Fest als hier
ortsangehörig erleben durfte, hier einmal
aufzuführen.
Darum folgt der Festordnung noch das
Verzeichnis der Langenweddinger Veteranen
von 1848, 1864, 1866 und 1870/71.
Von den Mitgliedern des hiesigen
Landwehr-Vereins
A) standen im Feindeslande:
| 1. Appel, Christoph | 21. Bethge, Friedrich |
| 2. Becker, Christoph | 22. Bockel, Wilhelm |
| 3. Behn, Heinrich | 23. Braune, Christian |
| 4. Dannenberg, Friedr. sen. | 24. Reinhardt, August |
| 5. Ebeling, Ludwig | 25. Riefeler, Gottlieb |
| 6. Friedrich, Andreas | 26. Schröder, Christian |
| 7. Gente, Andreas | 27. Schröder Heinrich |
| 8. Grund, Heinrich | 28. Schütze, Friedrich |
| 9. Günther, Nicolaus | 29. Schulz, Wilhelm |
| 10. Heuer, Christian | 30. Söder, Friedrich |
| 11. Herbst, Ernst | 31. Steffen, Karl |
| 12. Hickstein, Karl | 32. Steffen, Valentin |
| 13. Hoffmeister, Andreas | 33. Tröstrum, Friedrich |
| 14. Holter, Valentin | 34. Vinz, August |
| 15. Hoppe, Wilhelm | 35. Voigtländer, Andreas |
| 16. Kiesel, Andreas | 36, Vorreyer, Franz sen. |
| 17. Moeller, Ernst | 37. Walther, Heinrich |
| 18. Marquardt,Jacob | 38. Weißkopf, Andreas |
| 19. Müller, August | 39. Wieker, Christian |
| 20. Peine, Christian jun. | 40. Zabel, Friedrich |
B) standen im Inlande unter Waffen:
| 41. Arndt, Gottlieb | 45. Kunze, Eduard |
| 42. Freytag, Andreas | 46. Trätzel, Andreas |
| 43. Güsewell, Andreas | 47. Wilke, Andreas |
| 44. Hecht Heinrich |
II. Außerdem standen im Feindeslande:
| 48. Appel Friedrich | 51. Hornemann, Andreas |
| 49. Bohne, Friedrich | 52. Schneidewind, Theodor |
| 50. Holter, Heinrich. |
Holsteinisches Infanterie-Regiment Nr. 85
3. Compagie. Musketier Andreas Melchior aus Langenweddingen G. v.
Am 4.Oktober zu Berneville gestorben.
Für die Kreise Oschersleben und Wanzleben, sowie das Herzogliche Amt Alsleben
Benachrichtigungen:
3. Magdeburgische Infanterie-Regiment Nr. 66
3.Compagnie. Geheilt zum Regiment zurück. Musketier Eusebius Julius Rose I aus Langenweddingen. G.v.
Benachrichtigungen:
1.Garde-Regiment zu Fuß
11. Compagnie. Gefreiter Andreas Meyer aus Langenweddingen.
Als geheilt zum Regiment zurück
2.Garde-Regiment zu Fuß
5.Compagnie. Grenadier Heinrich Schulze (II). B. Als geheilt zum Regiment zurück.
Für die Kreise Oschersleben und Wanzleben, sowie das Herzogliche Amt Alsleben
Rekognoszierung bei Chateaudun am 13. Dezember1. Escadron. Dragoner Heinrich Christian Drube aus Langenweddingen. Schwer verwundet. Schuss in den rechten Unterschenkel. Lazareth Chartres.
Die in der letzten Nummer gemachten Mitteilungen über die vorjährige Feier des Sedantages und die unter uns noch lebenden Verteranen waren von mir freundlichst zur Verfügung gestellten Aufzeichnungen veröffentlicht worden. Sie enthielten aber, wie ich erst hinterher erfuhr, einige irrtümliche Angaben und waren, was ich vorher nicht wissen konnte, nicht ganz lückenlos.Ich freue mich, im Folgenden das Unrichtige berichtigen und das ohne meine Absicht Ausgelassene ergänzen zu können:
1. An dem Festzuge am 4.September v.Js. hat nicht der Turnverein "Jahn" sondern der Männer-Turnverein "Friesen" teilgenommen, der im Festzuge gleich hinter dem Landwehrverein marschierte.
2. Irrtümlich ist Herr Rentier Andreas Freytag unter den Veteranen aufgeführt, die während eines Krieges nur im Inlande unter Waffen standen. Er hat aber nicht nur im Feindeslande gestanden, sondern auch siegreich mitgekämpft.
Er wolle das Versehen freundlichst entschuldigen.
3. Zu den ortsansässigen Veteranen, die im Feindeslande standen, gehört auch Herr Friedrich Lambrecht senior, der nach seiner in Aschersleben abgeleisteten Dienstzeit im Jahre 1870 eingezogen wurde. Diese Tatsache war mir vorher weder mitgeteilt worden, noch bekannt. Ich freue mich, dass ich die ihm gebührende Einreihung in die Zahl unserer Veteranen hierdurch nachholen kann.