Freude und Leid in der Gemeinde

Unter dieser Überschrift gedenke ich, nachdem wir mit dem ersten Adventssonntage in ein neues Kirchenjahr eingetreten sind, wie in dieser, so in den künftigen Nummern regelmäßig Mitteilung über die in unserer Kirchengemeinde vorgekommenen Taufen, Trauungen und Begräbnisse zu machen. Freude wie Leid heiligt uns und rückt uns ins Licht der Ewigkeit Gottes Wort.

Mit diesem seinem heiligen Worte klopft, so oft wir es hören oder lesen, der Heiland selbst an unsere Herzen und bittet; „Nehmt mich auf!" Jede Taufe, jede Trauung, jedes Begräbnis eines Gemeindemitgliedes ist etwas, was eigentlich die ganze Gemeinde angeht, woran sie teilnehmen sollte.

Damit eure Teilnahme, viel lieber sagte ich: eurer aller Teilnahme an der Freude oder dem Leide der einzelnen Glieder unserer Gemeinde erwache, lebendig werde, euch selbst einen Segen bringe, füge ich bei jeder Taufe und Trauung und bei den Beerdigungen, für die eine Leichenrede gewünscht wurde, das Gotteswort zu, das jeder einzelnen Feier die Weihe gab.

Ihr lieben Eltern, die ihr nach weit verbreiteter Sitte (innerlich nenne ich’s eine Unsitte) der Taufe eurer lieben Kinder ferne bleibt, lest euch Gotteswort daheim durch das über diese Segenstunde ihres Lebens sein Licht leuchten ließ.

Ihr werten Brautleute, denen ich in der Stunde der Trauung ein, Gotteswort als Geleitsspruch auf den gemeinsamen Lebensweg mitgab, lest dieses Wort wieder nach und last’s weiter durch eure Seele klingen. Ihr betrübten Trauernden, denen ein Gotteswort Trost in die Seele goss, suchst euch wieder daheim auf, wenn die Betrübnis euch überwältigen will, damit ihr euch stille beugen lernt unter Gottes unerforschlichen, aber allzeit väterlichen Ratschluss.

#

In " Der Hausfreund" veröffentlichte Kirchenbucheinträge aus den Jahren:

1906 / 1907 PDF-Dokument
1908 PDF-Dokument
1909 PDF-Dokument
1910 PDF-Dokument
1911 PDF-Dokument
1912 PDF-Dokument
1913 PDF-Dokument
1914 PDF-Dokument
(nicht alle Jahrgänge sind vollständig)

#

Quelle: " Der Hausfreund", Nr.11 November 1908, Seite 81/82, Ernst Moeller, Sup. AD. und Pfarrer in Langenweddingen

zurück