Sankt-Georg-Kirche Langenweddingen

13. Jhd. Bau der Kirche
1538: Die Kirche wird evangelisch
1703: Die Kirche wird vergrößert und mit gotischem Gewölbe versehen, dass noch heute zu bewundern ist.
1710: Die Kirche bekommt einen eichgeschnitzten Hoch-Altar, außerdem werden Empore und Kanzel mit Schnitzwerk versehen.
1883: Die Kirche erhält eine Heizung und ein neues Kirchengestühl wird eingebaut.
1910/1911: Es erfolgt die letzte große Kirchenrenovierung, bei der Altar, Taufsteinplatte, Wandleuchter und Holzschnitzereien ausgebessert werden. Außerdem erhält sie farbige Chorfenster.
St.-Georg Kirche

Sankt Georg als Schutzpatron der Kirche


In Langenweddingen war in früher Zeit der Sitz eines Archidiaconus der erzbisch. Diözese Magdeburg, und zwar bis 1409 eines eigenen Archidiconus aus der Zahl der Domherrn, in diesem Jahre aber wurde mit Zustimmung des damaligen Archidiaconus Nicolaus Cruger (Krüger) das Archidiaconat mit der Thesaurarie des Doms verbunden.

Einkommen der Kirche Sankt Georg zu Langenweddingen

Kirchenfenster St.-Georg-Kirche Langenweddingen
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9 hufen landes weniger 1 viertel, davon werden 3 viertel der kirche zum bestenbetrieben, die übrigen 8 hufen werden um pacht ausgegeben und sollen hinfort 18 scheffel weizen von 1 hufe geben; 1 wassermühle mit 1 gange ist um pacht ausgetan und gibt jährlich 3 wispel und 6 scheffel roggen, 28 groschen erbzins, daran die kirche die lehen hat.

Hiervon geben sie jährlich den armen eine spende, und weil aus denregistern befunden, dass sie bei solcher spende große schlemmerei treiben, ist ihnen solches hinfort zu tun verboten worden und soll das amt hierauf achtung geben.

Die spende soll abgeschafft und dagegen jährlich den armen leuten gegeben werden 15 gulden, nämlich einem jedem 4 pfennige, 5 gulden dem schulmeister.

Einkommen der wüsten kirche Sancti Stefani zu Langenweddingen.

5 hufen landes, davon wird der kirche zum besten 1 hufe betrieben, die andern werden um pacht ausgetan, soll hinfort 18 scheffel weizen von jeder hufe gegeben werden.
Hiervon soll man jährlich 15 groschen dem schulmeister geben; 1 1/2 wispel weizen erbzins, an etzlichen höfen, daran die kirche die lehen hat, 5 groschen wiederkäufliche zinse. Hiervon müssen sie jährlich weggeben 3 gulden 17 groschen zinse vom acker.

Nota. 27 gulden sind aus der kirche verliehen, sollen förderlichst wieder eingemahnt werden.

Sankt Andres Bruderschaft zu Langenweddingen.

1/2 hufen landes, wird der bruderschaft zum besten betrieben; 4 groschen Erbzins; 3 pfund wachs erbzins. Hiervon geben sie jährlich eine Spende.

Unser Lieben Frauen Bruderschaft.

2 1/2 hufen landes, davon wird 1/2 hufe betrieben, die andern um pacht ausgetan, sollen hinfort von 1 hufe 18 scheffel weizen geben; 31 groschen Erbzcinse. Ist zu der andern bruderschaft geschlagen. Hiervon (von Andreas und Unser Lieben Frauen Bruderschaft) soll man jährlich anstatt der spende geben 15 gulden[S.40]

armen leuten, jedem 4 pfennige; 5 gulden dem schulmeister; was übrig, soll zur 1notdurft der kirche Sankt Georg gebraucht und jährlich berechnet werden. sollen hinfort 3 altarleute verordnet werden, die die ganzen einkommen in befehl haben und jährlich berechnen sollen.

Zu Langenweddingen wohnen 104 hauswirte. Den armen leuten zu [Langen-]Weddingen sollen 40 gulden aus der kirche gereicht werden und dagegen die spenden die [15]63. jahr nachbleiben.

Nota. Der gemeinde ist befohlen und auferlegt, haben auch eingwilligt, dass sie jährlich 2 männer aus ihnen erwählen und verordnen sollen und wollen, die jährlich neben dem küster den vierzeitpfennig alle quartal und die 2 pfennige aufs neue jahr dem pfarrer zum besten einsammeln und dem pfarrer überantworten sollen, damit er derentwegen unbemüht bleibe. sollen auch hinfort auf den kirchenrechnungen, wie bisher geschehen, keine unkosten noch schlemmerei betreiben.

Quelle:

www.ernstherbst.de

Protokolle der ersten lutherischen General-Kirchen-Visitation im Erzstifte Magdeburg anno 1562 - 1564 II. Heft: Die Flecken und Dörfer im Holzkreise Herausgegeben von Dr. Fr. H. O. Danneil, Pastor in Niederndodeleben bei Magdeburg Magdeburg 1864 Im Selbstverlag des Herausgebers Stand: 21.08.2007
1NOTHDURFT: das nothwendig bedurfte und unentbehrliche. [Grimm: DWB]

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Blick auf die Orgel
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2003 Knopf und Fahne kommen zur Restaurierung

Ortserinnerungen

Sankt_Georg_Kirche_Langenweddingen
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Die Familienchronik eines hiesigen Gemeindemitgliedes gibt uns, wie man freundlichst mir mitteilt, über unseren Kirchturm eine bis auf das Jahr 1698 zurückreichende Kunde. Es heißt in jener Aufzeichnung:
„Am 8. Dezember 1854 warf ein Sturm Knopf und Fahne vom Kirchturm, welche seit 1698, wo sie neu vergoldet sind, nicht zur Erde gekommen waren. Im Knopfe befand sich eine  Büchse mit verschiedenen alten Münzen und Schriften, welche sehr gut erhalten waren und die Namen der Prediger enthielten, welche seit der Reformation hier gewesen sind.

1856 wurden Knopf und Fahne neu, von Kupfer und vergoldet, wieder aufgesetzt, die alte Büchse wieder hineingetan und auch eine zweite, welche Mitteilungen über hiesige Verhältnisse enthält, hinzugefügt.

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Blick von der Halberstädter Straße
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Blick von Bauernwand

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