Private Homepage

 

 

Unsere Orgelpfeifen und unsere Glocken
1917

Glockenstuhl_Langenweddingen Auch der hierfür vom Staate gezahlte Betrag von 5.920 MK. ist als besonderes „Glockenkapital“ solange zu verwalten, bis es einmal wieder möglich sein wird, neue Glocken zu beschaffen.
Mit der durch die Hingabe der beiden Glocken eingetretenen Veränderungen waren manche äußerliche Änderungen bisheriger Ordnungen verbunden. Zunächst musste das übliche  - bisher allerdings für einen großen Teil der Ortsbewohnernur bei günstiger Windrichtung, oder auch gar nicht vernehmbare werktägliche Läuten am frühen Morgen, zur Schule, um 10 Uhr und zum Feierabend ganz wegfallen.
Auch bei den  Beerdigungen kann künftig nur mit der einen großen Glocke geläutet werden. Entsprechend den bisherigen abgestuften Gebührensätzen, wird auch künftig der so genannte „Leichenzug“ durch die Zahl der Züge sich unterscheiden. Die Läutergebühren bei Beerdigungen, die vor langer Zeit festgesetzt waren und beim Verbleiben der abgelieferten Glocken bald eine Erhöhung hätten erfahren müssen, bleiben, nach Beschluss des Gemeindekirchenrates, dieselben wie bisher.
Nach der Verminderung der Zahl unserer Glocken meinten wir auch, mit einem Läuter weniger auskommen  zu können. Wir vereinbarten daher mit dem ältesten der drei Läuter, Herrn Schuhmachermeister Gottlieb Arndt, dessen alternde Kraft bei der großen Glocke nicht mehr voll zureichte, dass er jetzt schon das Amt, dass er im Herbst d. Js. aufzugeben beabsichtigte, niederlegte. Fast 25 Jahre hat er sein Amt treulich verwaltet. Dafür sei ihm auch an dieser Stelle  nochmals gedankt.
Bei dieser Vereinbarung hatten wir jedoch außer Acht gelassen, dass für die große Glocke, da sie rund 54 Zentner wiegt, von jeher drei Läuter erforderlich gewesen sind, zumal diese der Reihe nach auch als Bälgetreter tätig sein müssen. So stellte sich schnell heraus, dass wir einen dritten Läuter und Bälgetreter doch wieder annehmen mussten. Als solcher ist auf seine Verwendung hin vom 1. August d. Js. ab Herr Friedrich Zillger angenommen und verpflichtet worden.

Quelle: "Der Hausfreund", Nr.7/ 8 Juli /August 1917, Seite 48/49, Ernst Moeller, Sup. AD. und Pfarrer in Langenweddingen

zurück