Die ersten Anfänge unserer Ortsschule

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H.-G.- Zeise 1927
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Der Geistesfrühling, den die Reformation unserem deutschen Volke brachte, hatte auch im Erzstifte Magdeburg sein Wehen spüren lassen.Vergebens versuchte der Erzbischof Albert die alle Bevölkerungsschichten ergreifende Begeisterung für die neue Lehre einzudämmen. Um 1562 waren Adel und Bürgertum, Stadt- und Dorfbewohner im ganzen Erzstifte allesamt evangelisch geworden.

Sollte aber die so freudig aufgenommene neue Lehre eine dauernde innere Umwandlung schaffen und tiefe Wurzel schlagen, so musste dafür gesorgt werden, dass jeder einzelne Christ tunlichst befähigt wurde, die heilige Schrift, den Quell und Grund evangelischer Lehre, selbst zu lesen, und sich und anderen Rechenschaft über seinen Glauben zu geben.

Das erkennend hatte schon Luther dringend gefordert, dass allenthalben Schulen gegründet würden, und bei den großen Generalkirchenvisitationen, die er hielt, oder halten ließ, musste überall die Gründung von Volksschulen angeregt und angeordnet werden.

Eine Generalkirchenvisitation ließ auch der evangelisch gewordene Erzbischof Sigismund von Magdeburg im ganzen Erzstifte in den Jahren 1562-1564 halten. Aus den bis heute erhaltenen Visitationsprotokollen ergibt sich, dass alle unsere Dorfschulen dieser evangelischen Anregung ihre Entstehung verdanken.

Auch hier in Langenweddingen gelang es damals den Visitatoren, die Gemeinde willig zur Gründung und Erhaltung einer Dorfschule zu machen, in der wir die ersten Anfänge unserer heutigen Ortsschule zu sehen haben.


Kümmerlich war freilich die Besoldung des Lehrers selbst nach damaligen Verhältnissen. Er war zugleich Küster und von seinem Einkommen heißt es im Visitationsprotokolle:

„Eine halbe Hufe Land wird ihm frei gepflügt, gemistet und das Getreide eingeführt. Ein halber Wispel Korn, halb Weizen und halb Roggen, davor muss er den Seiger (die Turmuhr) stellen und die Betglocke läuten. Ein halber Gulden aus der Kirche. 13 Groschen 4 Pfennige und 4 Rechenschaften. Eine Wurst und ein Brot aus jedem Hause auf´s neue Jahr. Jeder Knabe muss ein Quartal 21/2 Groschen Schulgeld geben. Ostereier. Ein Groschen vom Kinde. Von der Hochzeit freie Mahlzeit. Vom Begräbnis eine Wurst und ein Brot oder 6 Pfennige."

Schulkinder 1890
Langenweddingen 1890
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Schulkinder 1891

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Klassenfoto 1892

Langenweddingen
Langenweddingen

Einschulung Langenweddingen - Festumzug 50er Jahre
Grundschuljahr 1928 mit Lehrer Mueller

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Quelle: Moeller, Ernst: „Der Hausfreund" Nr.. 8 (August 1907). Langenweddingen. S.55

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