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Unsere jüngsten Schulkinder
1907

 

Poesie

Ausschnitt aus einem Langenweddinger Poesiealbum
aus dem Jahr 1894

Das war für sehr viele Familien unserer Gemeinde wieder ein wichtiger Tag, als am 11. April d. Js. unsere jüngsten Schulkinder zum ersten male den Weg zur Schule antraten. Nun sind sie so weit herangewachsen, dass das Lernen für sie anfängt. An der Hand des Vaters, der der Mutter oder älterer Geschwister kamen sie halb schüchtern, halb stolz auf den neuen Schulranzen, die Tafel und das erste Lesebuch in ihre Klasse, und kaum eins war unter ihnen, dass nicht befriedigt und froh am ersten Schultage heimkehrte. Das Stillsitzen, Aufpassen, richtig antworten und dergleichen will in der ersten Zeit nicht allen behagen, und die hochdeutsche Schulsprache klingt doch ganz anders als das gemütliche Plattdeutsch, dass bei den Eltern, Geschwistern und Spielgefährten so leicht über die Lippen ging. Aber bald gelingt es der geschickten und geduldigen Arbeit des Herrn Lehrers, die kleinen Neulinge zutraulich zu machen, in ihnen Lust und Liebe für die Anforderungen der Schule zu wecken und sie nicht nur in die Kunst des Lesens, Schreibens und Rechnens immer weiter einzuführen, sondern auch zur Ordnung, Sauberkeit, Fleiß und Gehorsam zu erziehen. Unterrichtend und erziehend, zu rechtem  Wissen, Können und Wollen führend, so tritt die Schule als treue Mithelferin beim Werke der Erziehung dem Elternhause zur Seite.
Beide müssen, wenn das Erziehungswerk gelingen soll, Hand in Hand gehen, einander ergänzen und recht würdigen.
Ohne die Mithilfe des Elternhauses kann die Schule das Kind nicht zu einem braven, brauchbaren, frommen Menschen erziehen. Ebenso wenig vermöchten das auch die treuesten Eltern zu erreichen, wenn ihnen die Schule nicht einen großen Teil der Erziehungsarbeit abnehmen und lösen helfen würde. So sollen Schule und Haus nicht wider einander stehen, sondern miteinander an den jungen, für alles Gute und Edle offenen und empfänglichen Kinderseelen arbeiten. Gott segne diese gemeinsame Arbeit fort auch an unsern lieben jüngsten Schulkindern!

Neu aufgenommen und hier eingeschult wurden:

1.Knaben 2. Mädchen
1. Otto Aufzug 1. Anna Appenroth
2. Wilhelm Bader 2. Emma Becker
3. Karl Bartels 3. Therese Bode
4. Adolf Becker 4 .Elli Eichenberg
5. Willy Birkholz 5. Luise Gallinger
6. Heinrich Bunge 6. Emma Gauditz
7. Karl Dielenschneider 7. Walli Grund
8. Otto Dockhorn 8. Anna Hesse
9. Albert Dreyer 9. Martha Heutling
10.Ernst Everling 10. Luise Holter
11. Hermann Feldmann 11. Frida Immenroth
12. Walter Flacke 12. Katharina Lange
13. Friedrich Friedenreich 13. Anna Laudan
14. Albert Heikrott 14. Berta Laudan
15. Richard Hühr 15. Ella Ludewig
16. Christian Klinkerfuß 16. Magdalene Reckling
17. Albert Lier 17. Emma Schladitz
18. Ernst Lier 18. Helene Schlendorn
19. Ernst Linde 19. Hanna Schroeder
20. Alwin Lücke 20. Minna Stieger
21. Otto Metz 21. Elsbeth Thielebein
22. Fritz Müller 22. Lieschen Tiemann
23. Otto Müller 23. Emmi Wasserthal
24.  Adolf Rose  
25. Walter Scheibe  
26. Arthur Schnabel  
27. Friedrich Schulze  
28. Arthur Schnabel  
29. Otto Steinemann  
30. Richard Wernthal  
31. Gustav Zeise  
32. Albert Zillger  
33. Fritz Zillger  
Quelle: " Der Hausfreund", Nr. 4/5 April/Mai 1907, Seite 22/23, Ernst Moeller, Sup. AD. und Pfarrer in Langenweddingen

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